Veröffentlicht am Di., 21. Jul. 2020 08:15 Uhr

Auf dem Evangelischen Campus Daniel berät Diplom-Pädagogin Martina Rohrbach Eltern zu Fragen rund ums Familienleben und Erziehungsthemen. Hier bloggt sie von Montag bis Freitag über ein gelingendes Familienleben im Corona-Modus.

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BLOG 93

Nicht ohne meinen Picknickkorb: Weshalb draußen essen ein Familienerlebnis ist

Der vergangene Donnerstag war ein wunderschöner Tag – nicht zu warm, nicht zu kalt, ein frischer Sommertag und damit bestens geeignet für eine Radtour. Wir waren eine kleine Gruppe und wollten irgendwo in Ruhe picknicken. Lustigerweise kamen wir gar nicht weit, weil es schon auf der Fahrt so viele schöne Plätze gab, um die Decke auszubreiten. Jeder hatte was mitgebracht, und alles passte, wie nach einem geheimen Plan, zusammen.

Wer keine Möglichkeit hat, zu verreisen, holt die besonderen Orte zu sich. Wie viele Parks gibt es in Berlin, die Sie noch gar nicht kennen? Zoomen Sie mal auf Google Maps in die Grünflächen in und um Berlin – Sie werden überrascht sein! Ein Stadt- oder Volkspark, das Tempelhofer Feld, eine Lichtung im Wald, vielleicht auch nur der Vor- oder Schrebergarten: Alle Plätze haben etwas Besonderes, wenn sie liebevoll belebt werden. 

Simpel, entspannt, genussvoll – ein Picknick weckt Gefühle 

Man muss gar nicht weit fahren; selbst ein Dreijähriger schafft es mit seinem Lauf- oder Fahrrad bis zum nächsten Grün. Und Kinder lieben Picknick! Unter freiem Himmel zu essen und zu trinken weckt ganz archaische Gefühle, die keine außergewöhnlichen Orte benötigen. Jeder Platz ist ein besonderer Platz, wenn eine Gruppe von Menschen zusammenkommt, die sich mögen. 

Schon in die Vorbereitung des Picknicks kann man Kinder wunderbar mit einbeziehen und eine richtige Aktion draus machen: Kuchen backen, Pfannkuchen in der Pfanne braten, Kartoffelsalat mit Würstchen, Bouletten oder Bratlinge, eine Quiche oder Fingerfood aller Art zubereiten. Obst und Gemüse müssen natürlich ebenfalls in den Korb. Draußen in der Natur unter lockereren Bedingungen als am heimischen Tisch probieren Kinder oft von ganz allein mal etwas Neues aus.   

Gemütlichkeit ist gut für die Seele 

Vom eigenen Wohnort aus kann man auf diese Weise in konzentrischen Kreisen das Umfeld erobern. Das ist gleich Heimatkunde pur und für mehrere Altersgruppen interessant. Oft ist das Gute so nah und wird gerade deswegen übersehen. Ich verstehe es nicht, wie man gerade jetzt in den Urlaub fahren kann, um dichtgedrängt Partys zu feiern und so zu tun, als hätte es Corona nie gegeben – wie einige feierwütige Touristen neulich auf Mallorca. Erholung ist etwas anderes. 

Alle Sorgen und Ängste, die sich in der Corona-Zeit auf Kinder übertragen haben könnten, verblassen, wenn man auch draußen miteinander gemütliche Nester baut: Wie für einen Strandtag kann man eine große Decke, ein Kartenspiel oder einen Ball mitnehmen und mit Freunden den Tag draußen verbringen. Am richtigen Ort wird auch der Mittagstisch, der zu Hause vielleicht keinen Appetit ausgelöst hätte, zu einem attraktiven Imbiss.

Wir hatten auf unserer Picknicktour vorgestern so viel Proviant dabei, dass ich meinen italienischen Kartoffelsalat jetzt drei Tage lang essen darf. Macht nichts; er ist lecker!


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Kategorien Elternberatung