Veröffentlicht am Mi., 22. Jul. 2020 08:15 Uhr

Auf dem Evangelischen Campus Daniel berät Diplom-Pädagogin Martina Rohrbach Eltern zu Fragen rund ums Familienleben und Erziehungsthemen. Hier bloggt sie von Montag bis Freitag über ein gelingendes Familienleben im Corona-Modus.

Hier können Sie den Text als pdf herunterladen.



BLOG 94

Dr. Sommer, wann kommst du wieder? 

Das Lied von Rio Reiser aus dem Jahre 1984 läuft gerade im Radio. Wie passend! Heute ist der letzte Tag vor dem Sommerurlaub unserer Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit, ohne die dieser Blog nicht existieren würde. Liebe Juliane, habe 1000 Dank für deine Unterstützung!

Es wird also einen Abschluss dieser Corona-Reihe geben, weil bald danach mein Jahresurlaub beginnt. Ich hatte die große Freude, in eine Zeit hineinzuschreiben, in der wir sehr viele Hamsterräder entgegen aller Vorstellungen anhalten konnten. Manche Menschen allerdings gerieten auch in ganz neue hinein.

Wir haben Hamsterräder angehalten – und neue Themen gefunden

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Leser*innen und Ideengeber*innen von Herzen bedanken! Ich habe mich durch die Themen treiben lassen und die ganze Zeit über, ob im Homeoffice oder im Büro, mit dieser Struktur auf den vorgegebenen Corona-Wellen mit voller Kraft surfen können. Dabei habe ich viele Themen gestreift, die vordergründig gar nichts mit Corona zu tun haben. Aus der Tiefe heraus aber machen sie auf die immerwährende Bedeutung unserer Rolle als Verantwortliche, Vorbilder, Leitfiguren, sichere Häfen sowie die Wichtigkeit von Liebe und Bindung aufmerksam. 

Ab Mitte September können Sie eine wöchentliche Kolumne lesen 

Ich könnte ewig so weiterschreiben, und werde es vielleicht sogar auf einer anderen Ebene tun. Sie haben die Möglichkeit die mehr als 90 Texte (es sollten eigentlich 100 werden; aber was soll die Zwanghaftigkeit?) jederzeit nachzulesen, denn sie beinhalten auch Zeitloses. 

Ab Mitte September, wenn die Tage wieder kürzer werden, plane ich, eine wöchentliche Kolumne zu schreiben, die an ebendieser Stelle unter www.cw-evangelisch.de/elternberatung bis zum Jahresende veröffentlicht wird. Ich hoffe inständig, dass wir bis dahin alle den gepflegten Umgang mit der Pandemie gelernt haben. 

Perspektiven wechseln heißt oft auch: Beziehungen verbessern 

Es gibt so viele Bereiche, in denen unsere Lebensweise andere Menschen krank macht oder sie um ein gutes Leben bringt. Ja, wir wissen es – aber wir haben es bisher nicht genug gefühlt. Es hat nicht ausgereicht, um mit mehr Bewusstsein einzukaufen, wegzuwerfen, zu kommunizieren und vorhandene Bindungen zu würdigen. Wir haben wirklich sehr viel zu tun, wenn wir eine lebenswürdige und naturverbundene Zukunft für unsere Kinder offen halten wollen. 

Egal wie Sie gerade leben, als Familie, getrennt, als Patchwork, Single oder in einer Community: Überprüfen Sie Ihr Handeln und Ihre Prioritäten in Hinblick auf Selbstliebe, Nächstenliebe und nachhaltige Lebensweise. Üben Sie den inneren Rollentausch mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern, genau wie mit dem/der Partner*in, den Eltern, wem auch immer. 

Die Fähigkeit zum Perspektivwechsel eröffnet ungeahnte Dimensionen, die Umwelt wahrzunehmen und Gedanken nachzuempfinden. Abschreckung als Konfrontation nützt bekanntlich sehr wenig. Was hilft, ist sich vorzustellen, was wäre, wenn … ich vielleicht … – nur kurz, bis ein Gefühl entstanden ist. Jeder Beziehungskonflikt wird auf diese Weise leichter, allem voran mit den Kindern. 

Meine Lektüretipps 

Wer Futter für den Intellekt braucht, dem empfehle ich die Bücher, die mich im vergangenen Jahr neben vielen anderen am stärksten beeindruckt und begleitet haben: 

  • Natalie Knapp: „Kompass neues Denken“, Wie wir uns in einer unübersichtlichen Welt orientieren können, rororo 2015
  • Greta & Svante THunberg, Beata & Malena Erdman: „Szenen aus dem Herzen“ – Unser Leben für das Klima, S. Fischer, 2019
  • Wolf Schneider: „Denkt endlich an die Enkel“, Rowohlt, 2019
  • Rutger Bregman: „Utopien für Realisten“, rororo 2019
  • Harald Welzer: „Alles könnte anders sein“, Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen, S. Fischer 2019
  • Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken“, Eine Einladung, ullstein 2020 

Ich empfehle absichtlich keine „Erziehungsberater“, weil sie immer auch ein bisschen irreführen und in gewisser Weise Ideologien folgen. Jedes Kind ist anders und möchte individuell betrachtet werden. Ich bin mir sicher, dass Ihr Bauchgefühl das Richtige weiß! 


Sie haben eine Frage oder möchten sich beraten lassen? Schreiben Sie mir eine Mail an rohrbach@cw-evangelisch.de. Ich melde mich unmittelbar zurück und wir vereinbaren einen Termin für ein Telefonat oder einen Skype-Videocall. Das Angebot ist kostenfrei.

Liebe Leserin, lieber Leser: Ich freue mich über jede Rückmeldung! Wer ein Wunschthema, positive Resonanz oder kritische Anmerkungen hat, darf sie mir gerne schicken.

Kategorien Elternberatung