Veröffentlicht von Juliane Kaelberlah am Fr., 12. Feb. 2021 10:46 Uhr

Wohnungslose Menschen sitzen neben wohlsituierten Berlinerinnen und Berlinern und lauschen einem Konzert. Das Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn lernt nebenan in einem Seminar-Raum den Umgang mit obdachlosen Menschen auf Augenhöhe. In den Büros davor beraten zwei Psychologinnen und eine Sozialarbeiterin Menschen in prekären Lebenssituationen. Begegnen, bilden, beraten – diese drei „Bs“ sind Programm im neuen „Zentrum am Zoo“ der Berliner Stadtmission.

Mit einem Gottesdienst eröffneten Kathrin Oxen, Pfarrerin der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi und Projektkoordinator Wolfgang Nebel am 10. Februar das ZoZ in den S-Bahn-Bögen unterhalb des Bahnhofs Zoologischer Garten.

Künftig beraten Psychologinnen und Sozialarbeiter in dem mehr als 500 Quadratmeter großen Gewölbe obdachlose Menschen. Interessierte können sich interaktiv zu den Themen Armut und Obdachlosigkeit informieren und bilden. In den Räumen finden Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und Konzerte statt, die von allen Menschen kostenfrei besucht werden können, sobald die Corona-Kontaktbeschränkungen aufgehoben sind. Zur Eröffnung des Zentrums am Zoo wurde Debora Rupperts Foto-Ausstellung „KeinRaum“ gezeigt. Die  Künstlerin porträtiert seit 2009 in einfühlsamen Schwarz-Weiß-Porträts Obdachlose auf den Straßen Berlins.

Die Deutsche Bahn stellt der Berliner Stadtmission die ehemalige Polizeistationinnerhalb des Bahnhofsgebäudes für 25 Jahre mietfrei zur Verfügung. DB Station & Service hat außerdem mehr als 100.000 Euro in Bauleistungen investiert und weitere 50.000 Euro für das Projekt gespendet. Auch die Lotto-Stiftung Berlin förderte das Zentrum am Zoo mit einer Million Euro. Über das Bundes-Programm „Aktive Zentren“ kamen weitere Fördergelder hinzu. Der Berliner Senat steuerte ebenfalls Mittel bei. Von 2019 bis 2021 wurden die Räume für über 2 Millionen Euro umgebaut.

Foto: Berliner Stadtmission

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