Veröffentlicht am So., 24. Okt. 2021 11:44 Uhr

Drrr, drrr, drrr. Es ist Freitagabend und das Handy vibriert pausenlos. Ein kurzer Blick zeigt eine Nachricht in unserer AG Tansania-Gruppe und viele kleine Fotos. Bestimmt gab es im Huruma Centre etwas zu feiern oder unsere Kollegen aus Tansania haben endlich Bilder von Pfarrerinnen und Pfarrern auf den gespendeten Motorrädern geschickt, mit denen sie nun in den Landgebieten unterwegs sind.

Doch als die Miniaturbilder sich öffnen, zeigen sie nur Schreckliches: zerbrochene Wellblechplatten auf den verkohlten Überresten eines Doppelstockbetts, nasse Kleidungsstücke, Spielzeug und Schulhefte auf dem Boden. Ein Feuerwehrwagen steht auf dem Gelände des Huruma Centres, dazwischen aufgeregte Menschen vor einem dicken roten Wasserschlauch, der in einem der Kinderhäuser verschwindet.

In der E-Mail, die kurz darauf eintrifft, erklärt Hausleiterin Joyce Ngandango knapp, was geschehen ist: Offenbar hat ein Kurzschluss das Dach des Gebäudes in Brand gesetzt, in dem die Jungen leben. Einer von ihnen hatte am Nachmittag das Feuer im Haus bemerkt und Alarm geschlagen. Die eilig gerufene Feuerwehr verhinderte, dass der Brand sich im trockenen Gras des weitläufigen Geländes ausbreitete.

Die gute Nachricht ist: Niemand im Huruma Centre wurde verletzt. Doch nicht nur die Holzbetten und Schränke, Kleider und Schulsachen der Kinder sind zerstört, sondern auch die Habseligkeiten von Mama Emiliana, die sich um die Jungen kümmert. Das Feuer griff außerdem auf den Sanitätsraum mit Apotheke über, der sich ebenfalls im Gebäude befand. „Wir konnten ein paar Sachen retten, aber der Schaden ist immens“, sagt Hausleiterin Joyce Ngandango. „Die Kinder haben geweint und mich immer wieder gefragt, wo sie nun leben sollen.“ Für ein Kind, das vor dem Einzug ins Huruma Centre nichts hatte, scheint im ersten Moment auch das sichere Zuhause verloren.

Kleine Lichtblicke aber ließen keinen Tag auf sich warten: Nachbarn und Kirchengemeinden spendeten Säcke mit Mais und Reis für das Centre und einen großen Stapel bunte Matratzen für die Jungen. Im Moment übernachten sie in der Kindertagesstätte des Centres, da es dort Toiletten und Waschbecken gibt. Doch dauerhaft wird das nicht möglich sein.

Etwa 20.000 bis 30.000 US$-Dollar wird es kosten, Haus und Einrichtung wiederaufzubauen, schätzt unser AG-Mitglied Joachim Figur, der in Iringa lebt. Der Architekt war kurz nach dem Brand vor Ort, um den Schaden zu begutachten. Die Arbeiten müssen schnell in Gang kommen, denn die Regenzeit steht bevor. In diesen Monaten schüttet es in Tansania oft tagelang. Zu bauen ist dann enorm schwierig und ein provisorisches Dach über dem Kinderhaus könnte der Witterung nicht standhalten.

Wenn Sie für den Wiederaufbau des Jungenhauses spenden möchten, können Sie folgende Bankverbindung nutzen:

Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte-West
IBAN: DE42 1005 0000 0190 6655 05
BIC: BELADEBEXXX
Verwendungszweck: Huruma-Jungenhaus

Kategorien AG Partnerschaft Tansania