Veröffentlicht am Mo., 29. Mär. 2021 10:56 Uhr

Corona nervt! Mit vielen Menschen zusammenzukommen ist immer noch nicht möglich - auch in Kirchengemeinden. Christian Hagitte, Kirchenmusiker in der Evangelischen Kirchengemeinde Halensee, will diese Zeit sinnvoll nutzen: Mit allen, die Lust haben, studiert er online eine Jazzkantate ein. "Captain Noah ans his floating zoo" soll aber kein reines Online-Projekt bleiben, sondern irgendwann auch auf die Bühne kommen. Wie Sie mitmachen können und was Sie erwartet, lesen Sie im Interview.

Lieber Christian, die Kirchenmusik ist wohl einer der Arbeitsbereiche der Kirche der am stärksten von den Einschränkungen der Pandemie betroffen ist. Trotzdem schaffst Du es seit einem Jahr immer wieder, starke Akzente zu setzen. Was ist die Idee hinter der digitalen Kantate?

Christian Hagitte: Dass wir in diesen schwierigen Zeiten des „Social Distancings“ unserer Gemeinde die Möglichkeit geben, Gemeinschaft zu erleben. Erlebte Gemeinschaft, die nicht gegen die sich wöchentlich ändernden Regularien verstößt. Nach langem Überlegen, in der aktuellen Situation ein passendes Musikprojekt zu finden, kam ich auf ein Werk, bei dem ich als Schüler an unserem Gymnasium mit Begeisterung teilnehmen durfte.

Es ist die Kantate „Captain Noah and his floating zoo“, die den meisten wohl nicht bekannt sein dürfte. Was ist das für ein Stück?

Es ist eine Jazz-Kantate, die von Joseph Horowitz komponiert wurde; der Text stammt von Michael Flanders. Das 1970 entstandene Stück erzählt mit reizendem britischem Charme die Geschichte von Noahs Arche: Unter Sambaklängen marschieren die Tiere in das Boot, die große Angst vor dem Zukünftigen wird mit einem ernsten Jazz-Riff beschrieben, und zum Dank für die Rettung erklingt eine emotionale Hymne.

Das passt inhaltlich in diese Zeit. Aber beim Wort Kantate werden wohl einige zurückschrecken. Viel zu schwer - und dann noch in Onlineproben!

Gerade nicht. Die Kantate ist größtenteils einstimmig verfasst. Sie wirkt durch die originellen musikalischen Ideen und Melodien. Deshalb ist sie für die jetzige digitale Situation wie gemacht und verspricht amüsante Zoomproben, in denen ich die Kantate jeden Montag von 19.15 bis 20.15 Uhr einstudieren werde, mit der Aussicht, „Captain Noah and his floating zoo“ irgendwann, wenn die Vorgaben es wieder zulassen, gemeinsam aufzuführen.

Es ist also eine Einladung, nicht nur an Deine üblichen Projektteilnehmer, sondern an die ganze Gemeinde?

Ja, und darüber hinaus. Neben den vielen Einschränkungen in der gegenwärtigen Situation ergibt sich ein interessanter Gedanke: Bei den digitalen Proben kann und darf es „global“ zugehen. Sprich: alle Menschen, die wollen, können überregional teilnehmen. Alle, die Lust darauf haben, sind eingeladen, mit uns in See zu stechen. Ich freue mich schon sehr!


SIE WOLLEN MITMACHEN?


Wie schön! Bitte nutzen Sie für die Anmeldung das Online-Formular auf der Website der Kirchengemeinde Halensee. Sie können auch teilnehmen, ohne sich vorher zu registrieren. Da die Teilnehmer aber Informationen zu den Proben per Mail und die Noten per Post erhalten, ist es hilfreich.

Geprobt wird jeden Montag von 19.15 bis 20.15 Uhr online auf der Videokonferenz-Plattform Zoom. Der nächste Probentermin ist Montag, 12. April 2021. Die Zugangsdaten finden Sie hier.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Kirchengemeinde Halensee freut sich aber sehr über eine Spende für die Noten, die per Post verschickt werden.

Interview: Kirchengemeinde Halensee

Kategorien News